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Peter Denier wird am 23. Juni 1954 in Altdorf im Kanton Uri geboren, wo er in Erstfeld aufwächst. Schon als Kind hat er den vom Vater geförderten Wunsch, Bildhauer und Maler zu werden. Bereits im Alter von 10 Jahren entsteht seine erste talentversprechende Arbeit “Urkopf”. Auch eine weitere spätere Leidenschaft tut sich bald kund, von seinem ersten Taschengeld kauft er zwei griechische Landschildkröten und bastelt für sie im Garten ein Gehege.
Nach der Primarlehrerausbildung zieht es Peter Denier 1975 an die Kunstgewerbeschule nach Basel, wo er unter anderem Schüler von Lenz Klotz und Paolo Pola ist und bis 1979 die Zeichenlehrerausbildung absolviert.
In die erste Zeit des dreidimensionalen Schaffens mit Stein und Holz fällt 1974 die erste Ausstellung in Erstfeld,” Langhälsler”.
1977 erscheint, im Auftrag der Credit Suisse in Altdorf, das Buch “Sagen aus Uri” mit 34 Holzschnitten. Die Beschäftigung mit der Urner Sagenwelt steht für Peter Denier gleichzeitig auch für die erste Auseinandersetzung mit den druckgrafischen Techniken Holzschnitt, Lithografie und Radierung. Doch die Ölmalerei steht in den kommenden Jahren im Zentrum seines Schaffens.
1979 Heirat mit Beatrice Schilter. Im gleichen Jahr wird er Fachlehrer für bildnerisches Gestalten und Kunstbetrachtung am Lyceum Alpinum Zuoz im Engadin, wo er noch heute tätig ist. Es entsteht, beeinflusst von der Faszination des speziellen Engadiner Lichts, eine grössere Serie von Landschaftsgemälden. Nebst der Landschaftsmalerei ist auch die dynamische Darstellung der sportlichen Bewegung ein Mittelpunkt seiner Tätigkeit. Dieses Thema findet sich in einigen Wandbildern im Engadin und Uri wieder. 1980 wird Angela, die erste seiner beiden Töchter geboren.
Nach einigen sehr erfolgreichen Ausstellungen folgt 1981 die Abkehr von der Landschaftsmalerei, und die Inspiration durch klassische Musik, insbesondere der grossen Klavierwerke, wird zum eigentlichen Antriebsmotor in Deniers Schaffen. Bald darauf wird die Leiden-schaft zum guten Wein ein bacchantisches Arbeitsmotiv, 1982 entstehen die ersten Werke mit Weinetiketten umrankt von Musik, Erotik und Lebensfreude. Im gleichen Jahr wird sein Sohn Niklaus geboren.
1984 beginnt eine Phase des völligen Umbruchs, die sogenannt “kultische Phase”. Sie steht im Zeichen der Auseinandersetzung mit Mythologien und Sagenwelten und einer vollkommen neuen Formensprache. Peter Deniers zweite Tochter, Martina erblickt das Licht der Welt. 1985 bezieht er in Zuoz sein eigenes Atelier.
1986 verlagert sich die ehemalige Landschaftsmalerei in das Studium des Lichtes am Meer. Das Wasser und seine tiefgründigen Geheimnisse werden in der Folge zu einem zentralen Schaffensmotiv.
Das Kassettenalbum “Also sprachen Ponti & Denier” entsteht 1989 als Zusammenarbeit mit seinem Freund, dem berühmten Pianisten Michael Ponti. Es ist eine bildnerische Umsetzung eines live mitgeschnittenen Klavierabends, festgehalten auf 2CDs und 47 Lithografien.
1994 wird die Meeresschildkröte zu einem neuen und zentralen Symbol in der Malerei. Ihre Aura des ewigen Lebens, die Schwerelosigkeit im Wasser und ihre Unnahbarkeit faszinieren ihn aufs Intensivste. Gleichzeitig lässt eine Kanadareise sein Interesse an Tieren, die er während des Studiums im Basler Zoo immer wieder intensiv studiert hatte, wieder neu entdecken. Es entstehen nun grossformatige Werke verschiedenster Tiere, insbesondere von Turtles in Verbindung mit dem Thema des Meeres wie auch von Bären, Elefanten, Nilpferden, Löwen, Nashörnern, Hummern.
Im Milleniumsjahr 2000 entdeckt Peter Denier nach über 20-jährigem “Dornröschenschlaf” das dreidimensionale Schaffen wieder, das nun wie in seinen Jugendjahren wieder einen wichtigen Platz in seinem Schaffen einnimmt. Die Reprise des dreidimensionalen Arbeitens wird wieder dominiert von den Werkstoffen Stein und Holz und ist in ihrer aktuellen Phase durch Land Art inspiriert.
Seit 2002 ist Deniers Malerei durch eine neue Präsentationsform, den Puzzleserien, geprägt. Diese neue Ausdrucksform führt zu einer weiteren Intensivierung des leidenschaftlichen und sinnlichen Ausdrucks. In den Puzzles sind nun viele der Leidenschaften wieder zu finden, das Wasser und das Meer, die Tiere, der Wein und insbesondere auch die klassische Musik.
Und die Reise geht weiter: 2004 ist für Peter Denier ein bedeutendes Jahr, der 50 Geburtstag ist gepaart mit dem 25-jährigen Jubiläum seiner Ehe mit Beatrice, eine neue Ausstellung in Zürich wird im Herbst eröffnet und erstmals werden eine Sammlung seiner Werke in dieser Buchform präsentiert.

David Schwicker, 2004

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